Wasseraufbereitung in der Gebäudetechnik

 

Legionellenschutz

Der Schutz vor Legionellen ist für Menschen existenziell wichtig. Atmen wir diese Bakterien ein, können Sie für lebensgefährliche Lungenentzündungen sorgen: Jährlich erkranken bis zu 30.000 Menschen in Deutschland an Legionellose, 1.200 sterben daran.


Legionellen in öffentlichen Gebäuden

Hierzu gehören unter anderem Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Arztpraxen, Hotels. Vor allem Legionellen stellen dort ein erhebliches Risiko dar. In Deutschland schreibt die Trinkwasserverordnung seit November 2011 einen Grenzwert für Legionellen an der Entnahmestelle in öffentlichen Gebäuden von 100/100 ml vor, in Risikobereichen, z.B. auf Intensivstationen, von <1 pro 100 ml.2011 wurde nicht nur der Grenzwert gesenkt, sondern auch die Nachweispflicht umgedreht. 

 

Nun müssen alle Betreiber öffentlicher Gebäude jährlich einen Nachweis auf Einhaltung der Grenzwerte erbringen. Vorher mussten die Gesundheitsämter den Gebäudebetreibern die Überschreitung der Grenzwerte nachweisen.Aufgrund der Personalknappheit in den Ämtern wurden damals beinahe keine Kontrollen durchgeführt. Nach langen juristischen Auseinandersetzungen um die Erniedrigung der Grenzwerte, mussten Betreiber von öffentlichen Gebäuden und Mietsgebäuden mit mehr als zwei Wohnparteien dann erstmals zum 31.12.2013 Beprobungen durchführen lassen. Erste Schätzungen zeigen an, dass 30% dieser Erstbeprobungen den Legionellengrenzwert überschreiten.

 

Woher kommen Legionellen?
Legionellen sind ein natürlicher Bestandteil des Bodens, sie kommen in natürlichen Gewässern und damit auch überall in der Wasserversorgung vor. Von dort werden sie in die Leitungsnetze unserer Gebäude gespült, wo sie sich dann explosionsartig vermehren – ein Schutz vor Legionellen ist deshalb sehr wichtig. 

 

Legionellen leben von toten Bakterien, brauchen also ständig Nachschub aus dem Stadtnetz. Die meisten Legionellen leben & vermehren sich dabei in Biofilmen, dieser schützt sie hervorragend vor Hitze und Desinfektionschemikalien. Die Biofilmbildung in einem neuen Rohrleitungssystem ist nach 1-1,5 Jahren abgeschlossen und verändert sich auch in den nächsten 100 Jahren nicht mehr signifikant. Ein Legionellenschutz ist deshalb notwendig.



Wann sind Legionellen gefährlich?
Legionellen gelangen mit Wassertröpfchen in die Lunge der Menschen, beispielsweise beim Duschen oder durch Luftbefeuchter von Klimaanlagen. Eine Infektion mit Legionellen kann zu einer schweren Lungenentzündung führen. Jedes Jahr erkranken laut Robert-Koch-Institut bis zu 30.000 Menschen in Deutschland an dieser Lungenentzündung, 1.200 Menschen sterben daran.

 

 

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Hilft Chlor gegen Legionellen?
Biofilm im Rohrnetz besteht aus Bakterien, anderen Mikroorganismen und einer Menge Schleim, den die Mikroorganismen produzieren, um sich zu schützen und um Nährstoffe anzureichern. In jeder Nische verursacht durch Rost, Kalk, Rohrfittinge oder Armaturen breitet sich Biofilm aus. Aber auch an neuen Rohrwänden gedeiht er. Bakterien können außerdem sehr leicht von einem Teil des Rohrleitungssystems in einen anderen umziehen: Sie lösen sich dazu mit einem Teil des Biofilms ab und treiben in einen anderen Leitungsabschnitt, oft enden sie auch in Duschköpfen. 

 

Chlor kann diesen Biofilm nur mit sehr hohen Konzentrationen durchdringen. Unsere alten Rohrleitungen halten so hohen Konzentrationen nicht Stand, für die dauernde Dosierung sind diese zudem nicht zugelassen. Niedrige Konzentrationen sind wirkungslos.

 

Wirken Heißwasserdesinfektion und erhöhte Vorlauftemperatur?
Laut unseren gültigen technischen Regeln müsste das Wasser in den Rohrleitungen zur Desinfektion eines Leitungsnetzes auf 70°C aufgeheizt werden, um Legionellen abzutöten. 

 

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Legionellen solche Temperaturen für länger als 60 Minuten überleben. Unsere bestehenden technischen Maßstäbe, die zu Vorlauftemperaturen von mindestens 60°C raten und zur thermischen Desinfektion mit 70°C-heissem Wasser entspricht einfach nicht mehr unseren modernen Umweltanforderungen: Erdwärmepumpen liefern ihre höchste Leistungszahl bei unter 50°C, Brennwertkessel fahren oft mit Rücklauftemperaturen unter 30°C.
 

Wie viele Keime sind wirklich in meinem Rohrnetz?
Zum Nachweis von Mikroorganismen im Trinkwasser wird noch heute das über hundert Jahre alte Ausstrichverfahren angewendet. Dabei wird ein Teil der Wasserprobe auf einem Nährboden ausgestrichen, sich bildende Keimkolonien werden dann gezählt. Wissenschaftler wissen heute, dass nur 0,1 – 1 % aller, im Wasser vorhandenen Keime zur Bildung von Kolonien auf einem Nährboden neigt. 

 

Das bedeutet:
Pro Liter Wasser gelangen aus dem Stadtnetz ca. 100 Mio. Bakterien in die Leitungsnetze unserer Gebäude.


Jeden Tag sind das somit Milliarden neuer Keime, die unser Leitungsnetz befallen.
Die Werte für Legionellen, auf denen wir unsere Maßnahmen basieren, liegen 100 bis 1.000-fach unter den wahren Werten. Auch wenn keine Legionellen in der Analyse auftauchen, sind trotzdem viele vorhanden.

 

 

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